+49 (0)951 9176630 KANZLEI@RECHTSANWAELTE-RA.COM

Kapitalanlagerecht

 

Das Kapitalanlagerecht umfasst im Wesentlichen die Frage, ob und in welchem Umfang ein Anlageberater bzw. ein Kreditinstitut aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung haftet.
Allerdings ist gerade dieser Bereich der juristischen Tätigkeit stark von ober- und höchstrichterlicher Rechtsprechung geprägt, so dass im Bedarfsfall eine Vertretung durch einen spezialisierten Rechtsbeistand nahezu unumgänglich ist. Denn schließlich geht es hierbei nicht selten um die eigene Altersvorsorge.
Ein Anlageberater muss den Anleger richtig und vollständig über alle für die beabsichtigte Geldanlage wichtigen Umstände informieren. Der Anlageberater schuldet eine auf die Anlageziele des Kunden abgestimmte Empfehlung von Produkten, d.h. der Berater ist zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Pflichtverletzungen im Rahmen der Beratung können den Berater zum Schadensersatz verpflichten.

Anlegergerecht ist die Beratung dann, wenn die empfohlene Kapitalanlage vor dem Hintergrund der individuellen Anlageziele sowie der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse für den Anleger geeignet ist.
Objektgerechte Beratung bedeutet, dass sich der Berater ein eigenes Bild über die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Risiken der von ihm empfohlenen Kapitalanlage verschaffen muss, um den Anleger anschließend über alle wichtigen Umstände vollständig, richtig und wahrheitsgemäß informieren zu können. Er muss den Anleger in eine Lage versetzen, in der dieser weitestgehend eine eigenverantwortliche Anlageentscheidung treffen kann.
Typische Beratungsfehler sind in diesem Zusammenhang vor allem die fehlende Aufklärung eines Bankberaters über die vom Kreditinstitut für den erfolgreichen Abschluss einer Anlage vereinnahmten Provisionen, sogenannten Kick-Backs, oder aber auch das Verschweigen von Risiken, insbesondere Verlustrisiken, die mit dem Abschluss der Anlage einhergehen.

Vor allem Anleger von geschlossenen Schiffsfonds sehen sich momentan vermehrt Rückforderungsansprüchen von Insolvenzverwaltern ausgesetzt. Diese fordern von den Anlegern die während der Laufzeit der Beteiligung erhaltenen Ausschüttungen zurück, da diese nicht aus vereinnahmten Gewinnen erzielt wurden, sondern lediglich eine Rückzahlung des Einlagekapitals darstellen. Auch über diese Haftung, die in § 172 Abs. 4 HGB normiert ist, klären Anlageberater oftmals nicht auf. Neben dem ohnehin drohenden Totalverlust der gesamten Einlage sehen sich Anleger zudem noch Rückzahlungsansprüchen ausgesetzt.
Bei der Offenlegung von Rückvergütungen geht es um die Frage, ob eine Gefährdungssituation für den Kunden geschaffen wird. Deshalb ist es geboten, über etwaige Rückvergütungen aufzuklären, die der Berater oder die Bank von einem Dritten erhält, unabhängig von deren Höhe.
Denn für den Berater besteht ein ganz erheblicher Anreiz, gerade die von ihm ausgesuchte Anlage zu empfehlen. Darauf und auf den damit verbundenen Interessenkonflikt muss der Berater aufklären, um den Kunden im Rahmen des Beratungsgespräches in die Lage zu versetzen, das Umsatzinteresse des Beraters selbst einzuschätzen und beurteilen zu können, ob der Berater die Anlage nur deshalb empfiehlt, weil er selbst daran verdient. Provisionen von 11 % – 12 %, die aus dem Anlagekapital des Kunden entnommen werden, sind hierbei keine Seltenheit.

Hinsichtlich der Verjährung derartiger Ansprüche ist zu unterscheiden zwischen der kenntnisabhängigen Verjährung sowie der kenntnisunabhängigen Verjährung.
Die kenntnisabhängige Verjährung beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Geschädigte von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des Schädigers Kenntnis erlangt oder grob fahrlässig keine Kenntnis erlangt hat.
Der  § 199 Abs. 3 BGB normiert die kenntnisunabhängige Verjährung. Diese beträgt zehn Jahre ab Entstehung des Anspruchs und ist taggenau zu berechnen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entsteht der Schadensersatzanspruch mit der Zeichnung der Anlage, welche nicht den Anlagezielen bzw. Wünschen des Anlegers entsprach.

Wenn Sie also der Ansicht sind, von ihrem Berater nicht ausreichend oder fehlerhaft informiert worden zu sein, zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu holen. Für ein persönliches Beratungsgespräch steht Ihnen hierfür Herr Rechtsanwalt Kowarschik gerne zur Verfügung.